Winter2009

Tag 32 – Kellner Jam

Heute konnte ich bis halb zwölf ausschlafen. Jetzt weiß ich auch, warum Olli so gerne bei mir gepennt hat, diese Luftmatratzen sind echt bequem! Irgendwie waren aber schon alle wach. Zum Frühstück gab’s O-Saft und Kaffee aus dieser coolen Maschine. Hat gut geschmeckt, sogar etwas besser als Senseo und es gab Bagels… Ohje, von denen hatte ich schon in New York genug gehabt. Aber die Bagels wurden vorher aufgebacken! Und es gab „Philadelphia“ Frischkäse dazu, denn wir sind ja auch in Philadelphia mhhmm…

Kurz nach dem bin ich mit Paul W. – um die beiden besser auseinder zuhalten: Paul T. = Paul Tucker, Paul W. = Paul Walker – los zur Tankstelle um Zigaretten zu kaufen. Hatte ein wenig Angst, denn das letzte Mal als Paul W. alleine losgefahren ist war er „Lost in Phili“. Aber er versicherte mir, dass er weiß wo er hinfährt :)

Philadelphia ist eine sehr alte Stadt – die älteste Stadt in den USA. Viel geschichtlicher Hintergrund: Liberty Bell, Independence Hall, die USA Flagge wurde hier entworfen und und und. Morgen werden wir den touristischen Teil erledigen. Dazu dann also beim nächsten Bericht mehr.

Wieder zurück, testeten wir, wo man dieses Spiralding alles runter springen lassen könnte. Die beiden Pauls sind sehr musikalisch, hochgerechnet alle 10min sitzt einer von beiden am Klavier. Ich finde das sehr beruhigend. Spiele schon mit dem Gedanken das auch zu lernen. Aber bei meinen nichtvorhandnen bzw. negativen musikalischen Fähigkeiten sehe ich da eher schwarz.

Laurie musste am Nachmittag noch etwas arbeiten und Paul T. fuhr mit uns dann an einem Fluss, Gänse füttern… auf dem Weg habe ich mal wieder die amerikanische Bequemlichkeit kennengelernt. Paul T. hatte noch Bankgeschäfte zu erledigen. Das natürlich ganz bequem am „Drive Thru“ Schalter seiner Bank. Danach noch kurz in die Waschanlage mit dem Auto und dann gings zu diesem Fluss. Ist ne schöne Gegend da, ein Stück Natur in diese großen altern Stadt. Die Kanadischen Wildgänse sind sehr zahm. Eigentlich sind das Zuggänse aber irgendwann haben sie entschieden: Zitat Paul T.: „You know, it is very convenient here. Let’s stay here.“ Nach der „kleinen“ Fütterungsaktion sind wir wieder heim gefahren und haben Laurie abgeholt, die fertig mit ihrer Arbeit war. Zum Lunch sind wir in ein richtiges American Diner gegangen. So hab ich mir das immer vorgestellt. Auf empfehlung von Paul T. habe ich das „Philly Cheese Beef“ bestellt. Dafür ist Philadelphia bekannt: Philly Steak Beef - LECKER!
Nach dem Lunch sind wir zum Fairmount Water Works Musuem gefahren. Eintritt frei. Das ist das erste Wasserwerk in Philadelphia gewesen und es wurde zu einem Museum umgebaut. War ganz interessant.

Nicht weit entfernt von diesem Museum befindet das „Museum of Arts“ bzw. die „Rocky-Treppen“. Paul T. sagte, dass die Leute nur wegen Rocky zum Museum gehen und die meisten Leute sich das Museum gar nicht von innen anschauen.

Nach den typischen touristischen Dingen an den Rockystairs sind wir dann zurück zum Auto und haben eine Stadttour gemacht. Paul T. hat viel erzählt. Wir machten einen Stop bei einer alten Bahnhofshalle die in eine Art „Food Hall“ umgebaut wurde. 2009-09-04_phili_62 Dort gab’s dann nen Eis. Da ich mal was Neues probieren wollte, habe ich mir Vanille-Kirsch bestellt. Wie viel Kugeln – ja, Kugeln, kein Softeis! – man haben wollte, konnte man nicht sagen nur die Waffelgröße konnte man bestimmen. Zu meinen Pech waren da auch noch Stückchen drin.

Am Abend, kurz bevor wir zum Dinner zu einem Italiener gehen wollten, sind Paul W. und ich zu einer Shopping Area gefahren. Paul hatte sein Handyladegerät vergessen und ohne Handy ist man als junger Amerikaner im Grunde so gut wie nicht  mehr am Leben.

An dieser Stelle möchte ich mal darstellen wie Männer shoppen gehen:

7:45pm – Ankunft Shopping Area
7:46pm – Betreten von Radio Shack
7:50pm – Verlassen von Radio Shack mit Ladegerät und ich habe mir ein Kabel zum Verbinden von iPod und Autoradio gekauft
7:52pm – Betreeten eine Drogiermarktes, Deo und was zu trinken gekauf
7:55pm – Pauls Portmonee ist kaputt also rüber zu Kohl’s gegangen, neues Portmonee gekauft und nebenbei noch ein T-Shirt.
8:00pm – zurück im Auto

Aber das nur nebenbei. Zurück zum italienischen Restaurant, das Highlight des Tages. In dem Buch „Gebrauchsanweisung für die USA“ von Adriano Sack, beschreibt der Autor u.a. wie es beim Essengehen zugeht: […] Denn schon bald erscheint der Kellner und rattert eine lange Liste von ’today’s specials herunter. Gerade das nicht trainiert Ohr schaltet schnell auf Stand-by, wenn bei jedem dieser ’specials’ jedes einzelne Gewürz gepriesen wird, aber man kann sich da Ganze ja einfach noch einmal vortragen lassen […]. Genau diese Situation habe ich erlebt. Aus irgendwelchen Gründen fand ich das total lustig, als der Kellner Jam, wie er uns sich vorgestellt hat, eine Liste vorlas, die mindestens noch mal genauso lang war wie die Speisekarte und ich schon nach dem dritten Wort schon auf Stand-by geschaltet habe, weil ich damit beschäftigt war das Grinsen zu unterdrücken. Denn auf genau so eine Situation habe ich gewartet *gg*. Aber auch den anderen Sachen, die ich vorher in dem Buch gelesen hatte wurde das „Casselli’s“ gerecht: Es gibt deine persönlichen Kellner, dann gibt’s es einen der nur für’s Leitungswassernachschenken da ist und einen der das Essen bringt. Aber der Hammer schlecht hin, war ein Alleinunterhalter-Tüüüüp. Als wir ankamen lief, angenehme ruhige Musik im Hintergrund. Ein paar Minuten später begann aber solch an Lärm, dass man sich gar nicht mehr richtig unterhalten konnte. Da tauchte auf einmal auf dem Nichts ein Tüp auf der angefangen hat zu singen – es war so schrecklich, dass es schon wieder lustig war! Da die beiden Pauls und Laurie recht musikalisch sind, haben uns köstlich über den Kerle, seine Stimme und sein Aussehen amüsiert. Großartig! Deswegen verdonnere ich euch jetzt auch diesen exklusiven Live-Mitschnitt anzuhören:

Genug geschrieben, hier noch ein paar Multimediadateien des Tages:

Gänse:

Die Rocky Stairs:

Und hier die Bilder des Tages:

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Dieser Artikel wurde am 4. September 2009 um 23:39 Uhr unter Diary, Traveling abgelegt. Verfolge die Diskussion zu diesem Beitrag per RSS 2.0 feed. Hinterlasse einen Kommentar oder einen Trackback deiner eigenen Seite.

Ben schrieb am 6. September 2009 um 11:17 Uhr

Coole Schuhe hast du an :P

Grilli schrieb am 6. September 2009 um 12:19 Uhr

ähm ja, ne unglaubliche stimme hat der kollege da. absolut passend zu jeder mahlzeit

Caro schrieb am 6. September 2009 um 15:37 Uhr

Ach ja, Steak and Cheese… Yummie! Gab’s „damals“ bei mir auch voll oft… Und der Sängertyp: OMG… :)

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