Winter2009

Tag 33 – Touri in Philly

Heute Morgen war ich der Erste, der Wach war, denn eigentlich sollte es um zehn Uhr schon losgehen. Aber die Zeiten, die man am Abend vorher abspricht sind wohl nicht so verbindlich. Amerika halt. Als dann alle soweit wach waren, bin ich mit Paul W. noch mal zu Radio Shack gefahren, denn er hatte das falsche Ladegerät gekauft und ich habe ein cooles Stativ für meine Cam gefunden.

Nun etwas Geschichte:
Um die Mittagszeit sind wir dann mit dem Auto in die Altstadt gefahren. Erste Station war das Independence Visitor Center. Eine Art Zentraler Punkt, um eine Tour durch die Historische Altstadt zu starten. Dort wollten wir auch Tickets für die Führung durch die Independence Hall (das Gebäude in der die Unabhängigkeitserklärung verfasst und unterschrieben wurde – quasi der Geburtstort der Vereinigten Staaten von Amerika) holen, doch da die Tickets kostenlos sind, waren schon alle Führungen ausgebucht. Der Herr am Schalter sagte, wir sollten es abends um halb fünf ohne Ticket versuchen.

Nächster halt war die „Residence of Washington“ das Haus in dem die ersten beiden Präsidenten der Vereinigten gewohnt hatten. Leider kann ich euch nur diesen Grundrissplan zeigen. Ich weiß leider nicht warum die so geschichtsvernartischen Amerikaner das Gebäude abgerissen haben. Grundriss anzeigen.
Wie auf dem Grundriss zu sehen ist, befindet sich am anderen Ende das Liberty Bell Center. Die „How I met your Mother“-Kenner unter euch wissen was das bedeutet… Eeeehm…nach dem mich Laurie wieder aus dem polizeilichen Gewahrsam freigekauft hatte… – nein. So schlimm war es nicht. Es wäre theoretisch ohne Probleme möglich gewesen, die Liberty Bell zu berühren bzw. abzulecken, aber ich konnte nicht riskieren durch diese Aktion vom PPP ausgeschlossen zu werden.
Ich bitte um Verständnis.  Also müsst ihr euch hiermit zu frieden geben: naja fast! xD
Übrigens hat die Liberty Bell eigentlich gar nicht viel mit der ganzen Geschichte zu tun. Sie wurde eben nur ein paar Mal geläutet, als die Unabhängigkeit erklärt wurde. Um so berühmt zu werden, war sie die richte Glocke, zur richtigen Zeit am richtigen Ort…

Weiter gings zur „Carpteners Hall“. Hier traf sich der Erste Continental Conress in 1774. Hier waren auch die „First and Second“ Bank der Vereinigten Staaten untergebracht.

Auf dem Weg zu einem Restaurant zum Mittagsessen, schauten wir kurz im Haus des „National Park Service“ rein. Die Typen da suchen und restaurierten alte Gegenstände aus der damaligen Zeit. Sie setzen zum Beispiel alte Vasen oder Teller wieder zusammen, die bei Ausgrabungen gefunden wurden – keine Arbeit für mich.

Mittagessen hatten wir in einem Diner das „Continental“ heißt. Da waren bestimmt acht Mitarbeiter, die sich zu diesem Zeitpunkt um sechs Gäste kümmern. Es waren fünf Frauen unter den Mitarbeitern, alle so zwischen 23 und 27  und die sahen echt gut aus. Laurie war nicht sehr begeistert als wir drei Jungs dies bemerkten und über die netten Bedienungen sprachen… Habe Ausnahmsweise mal nen Salat gegessen. Ich habe diesmal auch die Rechnung mal übernommen. Die letzten Essen hatten nämlich immer Laurie oder Paul bezahlt.

Die Potestantantische Christuskirche war das Ziel nach dem Lunch. Sie wurde 1695, Staatsmänner wie Washington, Franklin, Jefferson und Co. besuchte hier immer den Gottesdienst.

„Elfreth’s Alley“ ist laut Paul T. eine der ältesten Straßen, wenn nicht sogar die älteste Straße in den USA. Wenn man durch die Strasse entlang geht, kommt es einem vor, man sei in England, kein Wunder, denn die Briten haben ja auch die ersten Häuser in Philadelphia gebaut.

Betsy Ross House Das „Betsy Ross House“ ist ein kleines Häuschen mitten in Philly, das aber genügend Besucher anzieht, die sogar bereit sind 10 Dollar oder so zu bezahlen, um dort rein zu gehen. Grund dafür ist, dass die gute alte Betsy von George Washington beauftragt wurde eine Flagge für das neu gegründete Land zu entwerfen. Rausgekommen ist die Flagge, wie wir sie heute kennen. Zu Beginn aber nur 13 Sterne, da es 1776 eben nur 13 Staaten gab.

Das „Quaker Meeting House“ ist das älteste Meetinghouse der „Religios Society of Friends“ und den USA und der ganzen Welt. Der Quaker und Gründer von Pennsylvania William Penn schenkte das Haus den Quakers. Es wurde 1804 erbaut und 1811 erweitert. Im Ostflügel des Hauses befindet sich eine Ausstellung ueber das Leben von William Penn. Der Westflügel wird noch heute für Gemeindetreffen genutzt. Auf einmal mitten in dem Saal hörte ich auf einmal den Song „Every Week The Same“ von einer berühmten Band. Vor Verwunderung brauchte ich erst mal einen Moment, bis ich checkte, dass das ja mein Handy war… Leider konnte ich nicht sehen, wer der Anrufer war, also drückte ich ihn erstmal weg, die Leute guckten schon alle.

Nächster Stopp war der Friedhof auf den unter anderem Benjamin Franklin beerdigt wurde. Die Amerikaner glauben es bringt glück wenn man einen Penny auf das Grab niederlegt. Ein bisschen Glück kann man ja immer mal gebrauchen. Also legte ich auch einen Penny darauf.

Dann ging auf einmal wieder mein Handy. Wieder keine CallerID. Ich hob ab und hörte eine fröhliche Stimme, die ich erst gar nicht zu ordnen konnte. Hatte irgendwas Amerikanisches erwartet. Doch dann hörte ich wahrhaftig deutsche Wörter. Es war der Chrissi! Nach einem kleinen Plausch, bekam ich noch die Empfehlung den Skatepark in Philadelphia aufzusuchen.

Der original Stuhl, auf dem George Washington sass Doch zuvor versuchten wir noch mal an der Führung durch die Independence Hall teilzunehmen. Wir standen ziemlich vorne in der Schlange. Zuerst kamen die Leute dran, die auch nen Ticket hatten. Das waren aber nur so 6-8 Leutchen. Also konnten wir auch noch mit rein. Dieses Gebäude wurde nur zur Independence Hall, weil es schlichtweg zur damaligen Zeit, das größte Gebäude weit und breit war. Die Leute mussten ja alle irgendwohin, um das ganze Zeugs zu besprechen.

Danach beschlossen wir zurück zum Auto zu gehen. Auf dem Weg machten wir noch bei Starbucks halt und Paul T. machte ein paar Telefonate, um rauszufinden wo denn der Skatepark genau ist. Kurze Zeit später war auch das geklärt.

Auf dem Weg zum Auto lag auch Paul W.’s Lieblingsladen im China Town von Philly. Ein chinesischer Gerümpelladen, in dem es alles Mögliche zu kaufen gibt. Natürlich ging er nicht daraus ohne etwas zu kaufen. Es war ein Stromverlängerungskabel. Wir kamen auch an einem Busbahnhof vorbei, von dem stündlich Busse von China Town Philly nach Chinatown New York fahren. Für 12 Dollar pro Fahrt ist man dabei. Supergünstig. Die Fahrt dauert auch nur gut zwei Stunden, weil keine Zwischenstopps gemacht werden.

Skatepark Der Skatepark liegt unter einer Brücke in einen sehr schönen Park der Nähe der beiden Stadien der Philadelphia Phillies (Baseball) und der Philadelphia Eagles (Football). Ich hätte nicht gedacht, dass Laurie und die beiden Paul’s so begeistert über das Treiben auf in den Pipes sind. „Amazing“ „Awesome“ hörte ich des Öfteren. Es war auch beeindruckend, den Skatern dabei zu zuschauen wie sie ihre Runden drehen. Ich wünschte selber, Skateboardfahren zu können. Nach ner guten halben Stunde machten wir uns auf den Weg nach Hause.

Zum Dinner bestellten wir was beim Japaner. Die Bestellung war eine Internetbestellung. Ja, hier in den Staaten kann man das ohne Bedenke machen! Man wählt das Essen aus, registriert sich kurz, bezahlt mit Kreditkarte, bekommt bei der Erstbestellung sogar noch 25% Rabatt. Danach kann man sich auch schon auf den Weg machen, dass Essen abzuholen. Man kommt an, geht in den Eingang, der mit „Pick Up“ gekennzeichnet ist, sagt seinen Namen und nimmt das Essen mit.

Laurie und Paul T. sind nach dem Essen schon schlafen gegangen. Paul zeigte mir noch ein paar Video von YouTube. Unter anderem wie er „Clocks“ von Coldplay am Piano spielt. AWESOME!!!

Anschließend schauten wir übers Internet MTV Cribs. Und bewunderten die Prachtvillen der Stars und regten uns darüber auf, wie man sechs Küchen haben kann aber noch in einer gewesen ist. Das war auch die Zeit in der unser kleiner Paul auch mal nen paar Bierchen trinken konnte. Die Theorie, dass man mit nen paar Bierchen besser Englisch sprechen kann, wurde übrigens bestätigt.

Videos:

Coldplay – Clocks

Skatepark Philly

Independence Hall

Bilder

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Dieser Artikel wurde am 5. September 2009 um 18:25 Uhr unter Diary, Traveling abgelegt. Verfolge die Diskussion zu diesem Beitrag per RSS 2.0 feed. Hinterlasse einen Kommentar oder einen Trackback deiner eigenen Seite.

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