Winter2009

Tag 34 – Goodbye Philly

Heute hatte ich eigentlich gehofft über ein Treffen mit den Armish People zu berichten. Doch ich wurde leider etwas enttäuscht. Ich hatte gedacht wir fahren in so ein Armish Village oder so. Dabei waren wir ca. 1 Stunde lang unterwegs aufs Land, um zum Lunch in einem Restaurant etwas zu essen. Aber dennoch war es ein schöner Tag.

Das Wetter war einfach nur spitze. Auf den Weg raus aufs Land, sind wir durch den „Continental Army Park“ gefahren. Das ist das Gebiet gewesen, in dem George Washington seine Truppen für den Kampf gegen die Briten gesammelt hat. Grüne, saubere Landschaft, obwohl überall Straßen hindurchführen. Zwischendrin standen immer mal wieder ein paar Baracken. Einige davon erinnerten mich an die bekannte „Chota-Koje“. 2009-09-06_philly_tag4_14
Paul T. hatte irgendeinen Ort ins GPS eingegeben zu den wir dann hingefahren sind. Auf den Weg dahin, sah ich schon sehr viele Armish Kutschen und dachte die ganze Zeit, dass wir irgendwann in so einem Armish Village ankommen. Anscheinend war der Ort bei dem wir angehalten hatten um zu Mittag zu essen, auch unser Zielort. Aber von den Armish weit und breit keine Spur…

Dafür war das Restaurant, aber ganz cool. Sie hatten da Warsteiner Bier und auf der Speisekarte stand „Sauerbraten – Our version of  this Rhineland specialtz is marinated and served witih Spaetzle, red cabbage and a lebkuchen spice gravy“ für 24 Dollar. Zum ersten Mal wusste ich sofort was ich bestellen sollte. Der Preis war mir Schnuppe und entweder würde ich das Essen genießen oder mich drüber lustig machen, was die Amis unter Sauerbraten verstehen. Es war im Grunde ein recht gutes Essen was ich serviert bekam. 2009-09-06_philly_tag4_33 Das Fleisch schmeckte ganz gut, nur war in zwei viel zu dünne Scheiben geschnitten. Das Rotkraut sah in etwa so aus, als ob es die letzten Jahre in der Gefriertruhe verbracht hatte, schmeckte aber ganz akzeptabel. Das Spätzle, nun ja, wie man auf dem Bild erkennen kann… Na ja, ich kenne Spätzle etwas anders. Es hat weder das Aussehen von dem Spätzle, was ich in der Gaststätte einige hundert Meter von meinem zu Hause in Deutschland bekomme noch den Geschmack. Viel zu süß die ganze Geschichte. Hat aber dennoch nicht so schlecht geschmeckt – amerikanisch halt.

Damit, dass das mit den Besuch in einem Armish Village nichts mehr wird hatte ich mich schon abgefunden. 2009-09-06_philly_tag4_56 Nach dem Essen besuchten wir dann das Railway Museum, welches sich am Ortseingang befand. 10 Bucks Eintritt, hat sich aber echt gelohnt.  Eine riesengroße, Schätzungsweise vier Fußballfelder große Bahnhofshalle, die zur einer Ausstellungshalle umfunktioniert wurden war. Zu sehen waren, Züge und Wagons aus verschiedenen Zeitepochen.
Gegenüber des Gebäudes war ein Bahnhof, bei dem man eine Dampflokfahrt buchen konnte. Auf dem Hof stand eine typische armishe Pferdekutsche. Wenigstens etwas armishes mit dem ich ein Foto machen konnte.

Was ich von Paul T. über die Armish People in Erfahrung bringen konnte:

  • Sie stammen aus Deutschland und sind vor langer Zeit nach Amerika gekommen
  • Die Stammessprache soll wohl so was wie Plattdeutsch sein.
  • Sie leben komplett ohne Strom, ohne Autos, ohne technische Hilfsmittel
  • Sie kleiden sich immer noch so, wie vor Hundert Jahren
  • Sie sind mit Pferdekutschen unterwegs, diese sind aus Sicherheitsgründen mit Blinder ausgestattet.
  • Im Alter von 17 – 18 Jahren haben die jungen Armish Zeit sich zu entscheiden, ob sie den Weg der Armish eingschlagen oder in die „Zivilisation“ gehen.
  • Für das letztere gilt., dass sie dann mitten in der Nacht und ohne sich zu verabschieden abhauen müssen
  • Sie haben keine Option wieder zurückzukehren, wobei ich aber glaube, dass Besuche erlaubt sind.
  • Sie sind reich, wie sie das auch immer anstellen. Naja sie haben ja im Grunde keine Kosten für Strom, Sprit etc und ihr Essen produzieren sie auch selber

Mehr fällt mir grad nicht ein. Aber mein Interesse in dieses Volk ist geweckt. Vielleicht schaffe ich es ja noch mal im Laufe des Jahres ein richtiges Dorf von ihnen zu sehen und mit ein paar Leuten zu sprechen und mehr über sie in Erfahrung zu bringen.

Um kurz vor sechs abends waren wir wieder bei Paul T. zu Hause, haben unsere Sachen gepackt und sind früher als geplant nach hause. Wollten eigentlich Montagmorgen los, aber Paul W. hat noch was für die Schule zu tun, genauso wie meine Wenigkeit noch ca. 80 Seiten in E-Commerce zu lesen hat über die am Dienstag ein Test geschrieben wird. Ich schreibe diesen Text grade mitten auf dem I-81 kurz nach der Grenze von Virginia, Richtung Süden. Wir haben 12:15am und noch drei Stunden fahrt vor uns… Paul macht seine Sache als Fahrer recht gut und will das wohl auch ohne sich mit mir abzuwechseln durch ziehen.

Der Trip nach Philly war sehr sehr cool und voller Erlebnisse. Es war bis jetzt eine der schönsten Zeit seit dem ich in den USA bin. Das habe ich vor allem Laurie’s Freund Paul zu verdanken, der wirklich in alles interessiert ist und von allem etwas weiß, lustig ist, ein super Stadtführer, sehr interessiert an der deutschen Geschichte,  mich einen Abend lang nur mit „Prince Dominik“ angesprochen hat, nachdem ich ihm Bilder von unserem Haus und Hof in Deutschland gezeigt hatte.
Dome, Ende und Over.

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Dieser Artikel wurde am 6. September 2009 um 21:06 Uhr unter Diary, Traveling abgelegt. Verfolge die Diskussion zu diesem Beitrag per RSS 2.0 feed. Hinterlasse einen Kommentar oder einen Trackback deiner eigenen Seite.

Franzi schrieb am 10. September 2009 um 00:26 Uhr

Dome, weist du was mir beim Lesen deiner letzten Beiträge aufgefallen ist? Und das finde ich sehr interessant. Du schreibst wie ein Amerikaner, der wirklich sehr sehr sehr gutes Deutsch spricht. Ich werde das weiter beobachten, wahrscheinlich bin ich als urdeutsches Mädchen auch die einzige, der das auffällt.

Dome schrieb am 10. September 2009 um 05:18 Uhr

hey, das is ja interessant, dass jetzt schon veraenderungen festgestellt werden. ich denke die ganze zeit, was wohl in einem jahr sein wird und versuche die veraenderungen festzustellen. Das mit dem Schreiben ist mir gar nicht bewusst. Auch jetzt noch nicht ^^, aber wem sollte sowas auch sonst auffallen wenn nicht dir :)

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