Winter2009

Hermann the German – Part I

Dienstag, 30. März 2010 – Arrival
Mein Bruder Ben und mein Papa Hermann haben sich auf den Weg gemacht, um mich in den USA zu besuchen. Ihr Flieger aus Frankfurt landete um 3:30pm EDT in Charlotte. Die Emigration dauerte nicht mal anneahernd so lange als die in New York zu meiner Zeit letzten August. Auch die Koffer hatten die beiden schon im Schlepptau gehabt. Ich habe mich sehr gefreut, die beiden in Empfang zu nehmen. Sie haben bestes Wetter mitgebracht. Es gab viel zu tun und zu sehen, als ging es schon gleich nach Ankunft los. Erste Station war mein College. Wir besuchten die wichtigsten Gebaeude und einige Raeumlichkeiten und ich zeigte ihnen meinen Arbeitsplatz uns stellte ihnen meinen beiden Lieblingskollegen Banko und Christina vor. Ich habe ihnen meine beiden Freunde Nina und Britt vorgestellt und anschliessend gings noch standesgemaess auf das Dach des College Parkhauses um die einmalige Skyline von Charlotte zu betrachten. Es war Dienstagabend 18:00 Uhr, das bedeutete also dass wir fuer die Fahrt nach Cornelius anstatt 35min ca. 75min gebraucht haetten, also hab ich den beiden noch ein paar Nachbarschaften in Charlotte gezeigt und wir haben kurz in South Park Mall vorbeigeschaut. Zu Hause in Cornelius waren wir dann gegen 7:30pm und wurden direkt von den Hunden begruesst. Zu Hause war es ungewohnt sauber. Laurie hatte im Laufe des Tages eine Teppichreinigungsfirma beauftragt zu kommen. Alles nur wegen Papa und Benni. Aufgrund des Jet Lags habe ich versucht die beiden lange Wach zu halten, damit sie die Nacht auch durchschliefen. Das war dann kein Problem mehr als Laurie vom Yoga kam und die ersten (Weizen-)Bierchen geoeffnet wurden. Um kurz nach halb elf sah man den beiden aber die Muedigkeit wirklich an und ich fuhr sie zu Mimi’s Appartment. Hatte den beiden ihr Appartment zur Verfuegung gestellt, denn sie war in der Zeit eh im Land unterwegs um Freunde zu besuchen. Das war echt nett von ihr, zwei fuer sie Fremde ihre Wohnung zu ueberlassen. Dafuer kommt sie in den Topf der Weltbesten Host-Grandma’s.

Mittwoch, 31. März 2010 – Charlotte
Diesen Morgen ging es um halb neun schon recht zeitig zum Fruehstuecken. Meiner neuer favorite Fruehstuecksladen ist “The Egg” in Davidson. Dort gibt es das beste American Breakfast ever! Bevor es mit dem eigentlichen Tagesprogramm los ging, haben wir noch ein paar andere Dinge geregelt. Zum Beispiel dass Ostern kurz vor der Tuer stand. Dementsprechend lecker sah auch das Schnuckpaket aus, welches die beiden mir mitgebracht hatten. Wir ließen nicht. Sie hatten auch noch einen dritten (leeren) Koffer dabei (Ben’s kleiner Koffer wurde einfach in den großen gepackt, um Platz und Geld zu sparen), denn dort sollten so einige Klamotten und anderes Zeug was fuer mich nicht lebenswichtig ist, schon mal mit nach Deutschland transportiert werden.

Um 11:00 Uhr fanden wir uns dann am CPCC North Campus ein. Neben Laurie’s Automobil- und Rennsportsparte werden dort auch Polizeikurse und –Weiterbildungen (Forensics) angeboten. Laurie hatte fuer uns ein Treffen mit Lili Johnson organisiert. Lili ist die Chefin vom Forensics Department und hat angeboten uns am Campus herumzufuehren und uns die Forensic Abteilung zu zeigen. Die Tour ging gut zwei Stunden und wir bekamen echt viel zu sehen: Trainingsraum mit Menschenfoermigen Schlagpuppen, ein gestellter Gerichtssaal, um Gerichtsverhandlungen zu simulieren, eine Wohnung um alle Art von Kriminalfaellen nachzustellen, das Digital Forensics Lab mit allerlei technischer Spielereien, den Reallife/Realtime Schiesssimulator und der Outdoor Trainingbereich. Sprachbarieren waren zwar da, aber nicht unueberwindbar. Mein Dad hat mit echt guten Englisch geglaenzt, haette ich nie gedacht. Kompliment schon mal an dieser Stelle! Der Vormittag verging wie im Flug und nachdem wir den Parcour im Outdoor Trainingsbereich durchlaufen hatten, setzte auch der Hunger ein. Das erste Lunch fuer die beiden in den Staaten sollte nirgendwo anders sein als bei Five Guys. Nach dem Essen bei Amerikas besten Burgerplace begann dann die kleine Stadtfuerhung. Viel gibt es in Charlotte nicht zu sehen. Sehenwuerdigkeiten gibt es keine, die wichtigsten Gebaeude hat man in gut 2 Stunden abgearbeitet.

Auf dem Rueckweg nach Cornelius gerieten wir dann erstmal schoen in die Rushhour und ich konnte den beiden zeigen wie aus einem normalerweisen 35-40 minuetigen Heimweg 65-70 Minuten werden. Wir waren dann natuerlich zur geplanten Grillparty zu spaet, aber durch den Verkehr waren die anderen natuerlich auch alle spaet dran.

Es war ein schoener gemeutlicher Grillabend mit unerwartet vielen Leuten mit denen ich eigentlich gar nicht mehr gerechnet hatte. Auch die mitgebrachten Weizenbierglaeser kamen zum Einsatz, doch die meisten Leute konnte mein Papa trotz WM 2006 Edition Glaeser nicht vom Hefeweizen ueberzeugen.

Donnerstag, 01. April 2010 – Mike
Es gab eine Person, die sich noch viel mehr auf diesen Tag gefreut hat als wir: Mike, ein pensionierter Polizist aus New York, der wie mein Papa Mitglied in der International Police Association (IPA) ist. Dieses Polizisten–Netzwerk hat weltweit ueber 250.000 Mitglieder. Ich bin mit der Section hier in Charlotte in Kontakt getreten und habe gefragt, ob denn dein IPA Mitglied hier in der Naehe wohnt. Zwei Tage spaeter bekam ich einen Anruf von Mike, der war bereits beim ersten Gespraech total begeistert ueber den Besuch meiner Familie, dass er sogar angeboten hatte die beiden fuer die kompletten zwei Wochen zu hosten. Das war aber nicht noetig, da schon andere Plaene gemacht wurden. Wir hatten also „nur“ zwei Tage mit Mike. An diesem Donnerstag hatte er einen Tag am CMPD (Charlotte Mecklenburg Police Department, wobei Mecklenburg der Landkreis hier ist), dort speziell beim K9-Department organisiert. Wir trafen uns mit Matt, dem Diensthundeausbilder. Nach einem kleinen Austausch ueber Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Polizeihundeausbildung und ein paar Einsatzerfahrungen, durfte mein Dad mit Matt’s Hund Jacks trainieren.

Zum Mittag gings nach Downtown zu Jackolope Jacks. Rob, der Besitzer des Restaurants, ist der Sponsor von Matt’s Polizeihund „Jacks“, daher auch der Name. Rob spricht fliessend Deutsch, da seine Oma in Deutschland wohnt. Fuer die Zukunft plant er ein weiteres Restaurant zu eroeffnen in dem er selbstgebrautes Bier nach deutschem Reinheitsgebot verkaufen will. Alle Zutaten will er direkt aus Deutschland importieren.  Klasse Typ!

Nach dem Lunch fuhren wieder zurueck zum Hundeuebungsplatz um uns eine Uebungsstunde mit einem anderen Hund anzuschauen. Zwischendurch bekam Matt einen Funkspruch, dass der Polizei Hubschrauber bald starten wuerde und dass wir eventuelle dort mit fliegen koennten. Aber die Sache war die, dass sich der Sergeant angekuendigt hatte bei dem Helistart. Das man Zivilisten mit auf einem Polizeihelikopter mitnehmen darf, steht natuerlich nicht in den Buechern, daher konnten wir auf Grund der Anwesenheit des Sergeants nicht mit dem Heli mit fliegen – das waere natuerlich das absolute Hoehepunkt des Tages gewesen.

Die Enttaeuschung hielt aber nicht lange an, denn das naechste Highlight folgte, als wir zur Zentrale der Charlotter Polizei kamen und dort eine Fuehrung bekamen. Hauptsaechlich waren dort nur Bueroraeume zu sehen. Bis wir dann zum „Communication Department“ kamen: Ein riesen grosser Raum mit einem zentralen Arbeitsplatz und ca. 8 Arbeitsgruppen zu je 4 Arbeitsplaetzen, wobei jeder Arbeitsplatz mindestens 4 Bildschirme hat. Bei jeder Arbeitsgruppe haengen ein oder zwei 52“ LCD TV’s mit Nachrichten. Schade das ich nichts fotografieren / filmen durfte.  Im „Communication Department“ gehen die 911 Notrufe ein. Werden weiter geleitet zu den einzelnen Arbeitsgruppen, welche mit den einzelnen Devisions (also Polizeistationen) in Charlotte verbunden sind. Ich kam mir vor wie bei der Nasa oder so.

Das war dann auch schon die letzte Station unserer Tour. Aber Mike hatte noch was im Aermel. Wir hatten es erst 4pm, also beschloss er mit uns zum Motorspeedway zu fahren, dort wo immer die Nascar Rennen statt finden. Sein Sohn ist dort Marketingleiter. Er sagte, wir sollen ihm folgen. Wir gingen straight in das Hauptgebaeude rein und nahmen den Aufzug nach ganz oben, gingen einen Gang hinunter und waren auf einmal in einer Gastaette, von der man die ganze Rennstrecke ueberschauen konnnte. Von dort aus will man gerne so ein Rennen schauen, auch wenn es nur 600 Runde als nur im Kreis geht. Nach einem kuehlen Bier gings dann wieder zurueck nach Cornelius und wir liessen den Tag mit Bierchen und Snacks ausklingen.

Ich moechte an dieser Stelle kurz die Ueberschrift erklaeren. Innerhalb der ersten zwei Tage hier, wurden mein Papa und mein Bruder unzaehligen Leuten vorgestellt. Die Amis moegen ja gerne reimen, daher entstand dann auch relativ schnell die Phrase „I’m Herman the German“ (ausgeprochen: „Eim Hörmn, se Görmn“).

Freitag, 02. April 2010 – DC die Dritte
Viel gibt es in Charlotte nicht zu sehen. Doch mit seinem Internationalen Flughafen und der zentralen Lage an der Ostkueste, bot es sich fuer uns an nach Washington DC und New York City zu fliegen. Freitagmorgen ging es also schon relativ frueh wieder los zum Flughafen. Bereits um kurz nach 1pm landeten wir in Baltimore, MD. Der Flughafen dort ist ca. 50min von Downtown DC entfernt und man findet hin und wieder mal nen guenstigen Flug dort hin. Dort mussten wir dann den richtige Bus-Stop finden. Denn es faehrt nur ein Bus direkt zur naechsten Subway Station die am WMATA, der Washingtoner Metro, angeschlossen ist. Auf den Weg dorthin, ist uns aufgefallen wie international/deutsch DC doch ist. Im Bus trafen wir ein deutsches Aupair, die gerade aus Boston wieder kam und in der Metro Richtung unserem Hotel trafen wir zwei weitere Aupairs aus Deutschland.

Wir haben unser Hotel ueber Hotwire.com gebucht. Dort gibt es relativ guenstige Preise fuer namenhafte Hotels wie Hilton, Sheraton, WestInn, CrownPlaza etc. Doch die Sache ist die, dass man beim Buchen nicht weiss wo man hinkommt. Erst nachdem bezahlt wurde, bekommt man das Hotel mitgeteilt. Wir hatten das Hilton erwischt, welches relativ zentral liegt. Nachdem wir eingecheckt hatten ging es auch schon gleich wieder los, um die Stadt zu erkunden. Ich kenne mich ja nun mittlerweile schon ganz gut dort aus, aber etwas Unterstuetzung waere natuerlich nicht verkehrt. Umso besser, das die Mareike Anfang des Jahres nach DC gezogen ist. Mit ihr haben wir uns dann also getroffen und sind die Massachusetts Ave. runter gelaufen bis zum Wiessen Haus, von dort weiter zum Monument und dann Richtung Capitol. Wo eines der legendaersten Fotos ever entstanden ist. Family Jump. Anschliessend liefen wir dann zurueck von der Mall in Richtung Downtown, wo wir bei Clyde’s Dinner hatten.

Samstag, 03. April 2010 – Laufen Laufen Laufen
Ich schaetze mal wir sind an diesem Tag mehr als 20km gelaufen. Wir machten uns vom Hotel aus auf den Weg zum World War II Memorial und von dort aus weiter, den Reflection Pool entlang, zum Abraham Lincoln Memorial, von dort wieder den ganzen Weg zurueck, vorbei am Washington Monument ueber die Washington Mall bis um Air & Space Museum. Von dort wieder zurueck zum Hotel und auf dem Weg noch bei Chinatown vorbei geschaut. Abends Muede ins Bett gefallen und stolz gewesen, dass man das Wichtigste in so kurzer Zeit geschafft hatte.

Sonntag. 04. April 2010 – Die Stadt, die niemals schläft
Den Tag begonnen wir mit einem Fruehstueck am Flughafen in Baltimore. Von dort ging es weiter nach New York. Der Flug war  etwas besonderes. Das erste Mal bin ich mit meiner Propeller Maschine geflogen. Von DC nach NYC ist es ja nur ein Katzensprung, daher war es nur eine kleine Maschine. Es gab einen Flugbegleiter, der hin und wieder versuchte etwas lustig zu sein in dem er uns zum Beispiel sagte, dass wir in ca. 40min in NYC ankommen wuerden – wenn wir uns nicht verfliegen sollten… Diesen „running Gag“ zog er bis zum Ende durch und hies uns in Seattle willkommen… Mit 1,5 Tagen bis es weiter ging, war die Zeit relativ knapp. Daher hatten wir ein Hotel direkt am Timesquare gebucht. Unsere erste Station war das Empire State Buildung. Mit den bereits online gekauften Express Tickets konnten wir die ca. zweistuendige Wartezeit auf 20min verkuerzen. Nach dem ca. einstuedigen Aufenthalt dort oben, hatten wir was zu essen bei Wendy’s. Und schon gings weiter zum suedlichsten Ende von Manhattan um mit der Staten Island Ferry an der Freiheitsstatue vorbei zu fahren. Wieder in Mannhattan angekommen, nahmen wir die Subway zum Timessquare. Dort gab’s dann Dinner bei Planet Hollywood. Ist ein ganz cooles Restaurant mit ganz vielen alten Filmrequisiten. Das Wort „alt“ sollte man ganz besonders betonen. Denn viel von aktuelleren Movies war nichts zu sehen. Dennoch war das Dinner unter E.T.’s Hintern und Raumschiff Enterprise ein schoenes Erlebnis. Wieder zu im Hotel angekommen wurde dann  das all-abendliche Bier getrunken. Ben darf ja leider nicht in der Oeffentlichkeit trinken, daher kauften wir uns jeden Abend nen 6er und stießen im Hotelzimmer auf den vergangenen Tag an.

Montag. 05. April 2010 – Die Stadt, die niemals schläft II
Erste Station in der neuen Woche war Ground Zero. Viel gibts dort nun nicht zu sehen, ausser Baustelle. Etwas wie eine Attraktion war vielleicht, dass wir in der Mittagszeit dort ankamen und alle Bauarbeiter Lunch hatten. Es sassen also rundherum ueberall Menschen in Signalgelben westen und Helmen und machten Mittag. Mahlzeit! „National September 11 Memorial Plaza“ Heisst die ganze Sache dort nun. Es entsteht u.a. eine neue Subway Station und natuerlich ein Museum ueber 9/11. Die Amerikaner lieben ueber alles und jeden ein Museum zu haben – oder mindestens ein Memorial. Naechster Stop war die Wall Street und dort die Boerse. Ich hatte gehofft den beiden eine riesengrosse USA Flagge zu praesentieren. Doch die wurde wohl aus irgendwelchen Gruenden seit letzten August abgehaengt. Aber vielleicht haengt dir ja auch nur im Sommer, who knows…
Wir wollten uns gerade auf den Weg zur Manhattan Bridge machen, das Stand auf einmal die Jasmin vor mir – Mitten in New York, vor der Boerse! Einen Monat zuvor hatte ich sie noch in New York waehrend ihres Praktikums besucht und hatte eigentlich damit gerechnet sie nicht mehr zu sehen bis ich wieder in Deutschland bin. Die Welt ist ein Dorf. Nach einen kurzem Plausch setzten wir unserem Weg zur Manhattan Bridge fort. Wir stiegen schon ein paar Stationen vorher aus um kurz Chinatown durch zuschlendern. Wir ueberquerten die Bruecke aber nicht ganz (war dann doch ein bisschen zu weit) und suchten die naechste U-Bahn in Richtung Central Park auf. Kurz vorher im Applestore das iPad unter die Lupe genommen und dann erstmal ne Runde chillen im Park angesagt. In der Naehe des Central Parks ist der Columbus Circle und gleich daneben das Time Warner Shoppingcenter.
Zum Dinner gings zu Juniors am Timessquare und der kroenende Abschluss des Tages war „On the top of the Rock“. Wir genossen nochmal den Ausblick auf das naechtliche New York vom Rockefeller Center aus und sagten dann Goodbye zu New York. Am naechsten Morgen hiess es fuer mich wieder ab nach Charlotte. Hermann und Ben machten sich hingegen auf in den Westen nach Las Vegas!

to be continued…

Dieser Artikel wurde am 7. April 2010 um 21:22 Uhr unter NYC, Traveling abgelegt. Verfolge die Diskussion zu diesem Beitrag per RSS 2.0 feed. Hinterlasse einen Kommentar oder einen Trackback deiner eigenen Seite.

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